Unternehmensmitteilungen
05.08.2015, Luxemburg

Positive Volumenentwicklung in Europa im 2. Quartal bestätigt die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr

Highlights des ersten Halbjahrs und Ausblick 2015


Luxemburg, 5. August 2015

  • Umsatzplus von 6,2% (+1,1% währungs- und akquisitionsbereinigt) auf EUR 334,9 Mio. im 2. Quartal 2015 gegenüber Vorjahr dank „Top Line Growth“-Programm und positiver Währungseffekte
  • Braas Monier mit dynamischer Entwicklung in Großbritannien, den Niederlanden, Polen und Südafrika
  • Volumenzuwachs bei Dachpfannen in Europa um rund 9% (rund +1% ohne Cobert) im 2. Quartal 2015 ggü. dem Vorjahresquartal trotz Rückgängen in Frankreich und Italien
  • Schwieriges zweites Quartal in Asien mit besonders starken Volumenrückgängen in China
  • Striktes Fixkostenmanagement stabilisiert operatives EBITDA bei EUR 60,5 Mio. (EUR 60,2 Mio. im 2. Quartal 2014), trotz temporärer Effekte aus Bestandsveränderungen in Höhe von EUR -2,4 Mio.
  • Verschuldungsgrad von 2,3x resultiert in annualisierten Zinseinsparungen in Höhe von rund EUR 1 Mio.
  • Operativer freier Cashflow stieg in der ersten Jahreshälfte 2015 um EUR 22,3 Mio. auf EUR -45,5 Mio. (Vorjahreszeitraum: EUR -67,8 Mio.)
  • Erwartetes Umsatzwachstum 2015 liegt mindestens im mittleren einstelligen Prozentbereich
  • Anpassung der Wachstumsinvestitionen an die lokalen Geschäftsentwicklungen
  • Stärkung des Geschäfts in der Region Asien-Pazifik im zweiten Halbjahr 2015 durch den Erwerb von Golden Clay Industries in Malaysia erwartet

Braas Monier gut aufgestellt für zukünftiges organisches Wachstum und weitere Ergänzungsakquisitionen
„Nach einem vielversprechenden Start ins Jahr im ersten Quartal haben wir im zweitem Quartal einen positiven Volumentrend in Europe und eine gestärkte Marktpositionen in vielen europäischen Ländern erreicht: in Großbritannien setzte sich der Volumenzuwachs fort und verstärkte sich noch in den Niederlanden und in Polen. In Deutschland haben die Volumina das Niveau des vergangenen Jahres erreicht. Dieser positive Trend wurde nur von einigen wenigen Märkten gedämpft, die sich noch nicht stabilisiert haben - wie Frankreich und Italien - und vom stark rückläufigen chinesischen Markt. Durch strenges Management der fixen Produktionskosten sowie der Vertriebs- und Verwaltungskosten konnten wir insbesondere in schwierigen Märkten den negativen Volumeneffekt auf die Erträge begrenzen“, erklärte Pepyn Dinandt, CEO der Braas Monier Building Group. Eine positive Preisentwicklung und ein starkes Geschäft mit Dachsystemteilen hoben das operative EBITDA marginal über das Vorjahresniveau. „Das Unternehmen ist gut aufgestellt, um von zukünftigen Volumensteigerungen und der Einführung zusätzlicher Maßnahmen im Rahmen unseres „Top Line Growth“-Programms zu profitieren, inklusive weiteren wertsteigernden Ergänzungs-akquisitionen, die derzeit geprüft werden.“

Zweites Quartal 2015 mit positiver Volumen- und Preisentwicklung in Europa und starkem Geschäft mit Dachsystemteilen
Im zweiten Quartal 2015 stiegen die Umsätze um 6,2% auf EUR 334,9 Mio., nach EUR 315,3 Mio. im Vorjahresquartal. Wie schon im ersten Quartal 2015, in dem die Umsätze um 0,4% zulegten, wurde diese positive Entwicklung gestützt von günstigen Wechselkurseffekten (EUR 7,0 Mio. im zweiten Quartal 2015) und beinhaltete zusätzliche Umsätze in Höhe von EUR 9,0 Mio.  resultierend aus der erfolgreichen Übernahme von Cobert (Spanien/Portugal). Volumina in Großbritannien wuchsen erneut signifikant obwohl Unsicherheiten im Vorfeld der Wahlen dazu führten, dass das Potenzial im zweiten Quartal nicht voll ausgeschöpft wurde. Die Markterholung in den Niederlanden und Skandinavien gewann insbesondere gegen Ende des Quartals an Fahrt. Europaweit legten die Volumina bei Dachpfannen von April bis Juni 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 1 % (exklusive Cobert) zu. Auf Konzernebene waren die bereinigten Volumina marginal rückläufig, getrieben von dem sich verschärfenden Abschwung in China. Eine positive Preisentwicklung in allen Berichtssegmenten und ein starkes Geschäft mit Dachsystemteilen erhöhten die Umsätze im zweiten Quartal 2015 auf währungs- und akquisitionsbereinigter Basis um 1,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

In der ersten Jahreshälfte 2015 stiegen die Umsätze um 3,7% auf EUR 586,0 Mio. (Vorjahreszeitraum: EUR 565,3 Mio.). Auf bereinigter Basis fielen die Umsätze von Januar bis Juni 2015 um 1,2% hinter den Vorjahreszeitraum zurück.

Hoher operativer Hebel in Europa wird von Rückgängen in China und temporären Bestandsveränderungen überdeckt
Im zweiten Quartal 2015 erreichte das operative EBITDA EUR 60,5 Mio. und lag damit marginal über dem Vorjahreszeitraum (EUR 60,2 Mio.). Höhere Volumina bei Dachpfannen in wachsenden europäischen Märkten konnten die gegenteiligen Auswirkungen von Volumenrückgängen in Ländern wie Frankreich und Italien mehr als ausgleichen. Auf Konzernebene verdeckte jedoch die negative Entwicklung in Asien, die vor allem auf den starken Rückgang des chinesischen Marktes zurückgeht, die positive Entwicklung in Europa. Steigerungen des durchschnittlichen Verkaufspreises in allen Berichtssegmenten glichen den moderaten Anstieg von variablen und fixen Kosten aus. Dank des strikten Kostenmanagements lagen die Vertriebs- und Verwaltungskosten (auf währungs- und akquisitionsbereinigter Basis) unter denen des Vorjahresquartals. Die Verbesserungen waren in Ländern mit Volumenrückgängen besonders ausgeprägt.

Im ersten Halbjahr ist üblicherweise ein saisonaler Anstieg des Working Capital zu verzeichnen, da das Produktionsniveau über den tatsächlichen Abverkäufen liegt. Im Vergleich zum Vorjahr war dieser Produktionsüberhang im zweiten Quartal 2015 weniger stark ausgeprägt. Im Rahmen der Rechnungslegung nach IFRS ergab der geringere Bestandsaufbau im zweiten Quartal 2015 einen negativen EBITDA-Beitrag von EUR 2,4 Mio., was sich in der zweiten Jahreshälfte 2015 erwartungsgemäß umkehren wird. Von April bis Juni 2015 wirkten sich günstige Wechselkursentwicklungen mit EUR 1,3 Mio. sowie die Erstkonsolidierung von Cobert mit EUR 1,2 Mio. positiv auf das operative EBITDA aus.

Das operative EBITDA erreichte in den ersten sechs Monaten 2015 EUR 77,6 Mio., EUR 3,3 Mio. weniger als im Vorjahreszeitraum (EUR 80,9 Mio.). Ursache für diesen Rückgang ist vor allem die geringere Volumenentwicklung im ersten Quartal.

Positives Nettoergebnis im Berichtszeitraum
Im zweiten Quartal sowie in der ersten Jahreshälfte 2015 erzielte Braas Monier ein positives Nettoergebnis. Im zweiten Quartal 2015 wurden EUR 17,0 Mio. erwirtschaftet, gegenüber EUR 20,8 Mio. im zweiten Quartal 2014. Die Differenz zum Vorjahresquartal ergibt sich vor allem aus Einmaleffekten im Finanzergebnis des zweiten Quartals 2014 aufgrund des Börsengangs (Juni 2014) und der Refinanzierung (April 2014). Kosten und Gebühren im Zusammenhang mit dem Börsengang beliefen sich auf EUR 14,5 Mio. Etwa EUR 10 Mio. hiervon wurden im Finanzierungsaufwand des zweiten Quartals 2014 berücksichtigt. Diese Sonderkosten wurden durch einen positiven, nicht zahlungswirksamen Einmalertrag in Höhe von etwa EUR 13 Mio. aus dem Wegfalls einer Mindestverzinsung (Libor Floor) in der vorherigen Finanzstruktur mehr als ausgeglichen. Zusammen mit der im ersten Quartal 2015 erzielten Verbesserung stieg das Nettoergebnis in den ersten sechs Monaten 2015 um EUR 4,3 Mio. oder 82,8% auf EUR 9,5 Mio. (erstes Halbjahr 2014: EUR 5,2 Mio.).

Solide Struktur des Cashflows bleibt erhalten
Der operative freie Cashflow stieg in der ersten Jahreshälfte 2015 um EUR 22,3 Mio. auf EUR -45,5 Mio. (Vorjahreszeitraum: EUR -67,8 Mio.). In der ersten Jahreshälfte 2014 wirkten sich Einmaleffekte negativ auf den Cashflow aus, insbesondere Refinanzierungsgebühren im April 2014 (ca. EUR 17 Mio.), Gebühren und Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang (ca. EUR 3,5 Mio.) sowie höhere Abflüsse für Rückstellungen für Altlasten in Höhe von ca. EUR 10 Mio. 2015 war dies nicht der Fall, woraus sich im Wesentlichen der beschriebene Zuwachs ergab. Um zahlungswirksame Einmalkosten bereinigt betrug der adjustierte freie Cashflow von Januar bis Juni 2015 EUR -55,8 Mio., EUR 8,6 Mio. weniger als im Vorjahreszeitraum (EUR -47,2 Mio.). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum basiert hauptsächlich auf den um EUR 7,6 Mio. höheren Investitionen in Sachanlagen, die größten Teils einen Übertragungseffekt von 2014 darstellen.

Eigenkapitalausstattung gestärkt, geringerer Zinsaufwand erwartet. 
Das Eigenkapital stieg aufgrund des positiven Ergebnisbeitrags des zweiten Quartals sowie eines positiven Bilanzierungseffekts im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionsverpflichtungen von EUR 73,9 Mio. am Ende des ersten Quartals 2015 auf EUR 120,6 Mio. am 30. Juni 2015 (31. Dezember 2014: EUR 92,9 Mio.).

Der Verschuldungsgrad, das Verhältnis der Nettoschulden zum operativen EBITDA (der vorangegangenen zwölf Monate), lag Ende des ersten Halbjahrs 2015 bei 2,3x und somit auf Vorjahresniveau. Das langfristige Darlehen des Unternehmens (EUR 200 Mio.) sowie die revolvierende Kreditfazilität (EUR 100 Mio., davon zum 30. Juni 2015 rund EUR 10 Mio. in Anspruch genommen) enthalten Anpassungsklauseln, die direkt mit dem Verschuldungsgrad verknüpft sind. Eine davon wurde ab April 2015 wirksam. Ausgehend vom aktuellen Verschuldungsgrad profitiert der Konzern von einer um 50 Basispunkte gefallenen Zinsmarge bei beiden Instrumenten, woraus sich annualisierte Zinseinsparungen von ca. EUR 1 Mio. ergeben.

Uneinheitliche Marktentwicklung für 2015 erwartet
Im Jahr 2015 erwartet Braas Monier starkes Wachstum in europäischen Märkten wie Großbritannien und den Niederlanden sowie moderates Wachstum in einigen Teilen Skandinaviens und Südosteuropas. Die steigende Anzahl der Wohnungsbaugenehmigungen in Spanien und Portugal ist ermutigend. In Österreich wird eine stabile Marktentwicklung erwartet. Der deutsche Markt wird vermutlich leicht nachgeben. Die Märkte in Italien und Frankreich sind hinter den ursprünglichen Erwartungen für das erste Halbjahr 2015 zurückgeblieben. Auf Grundlage der derzeitigen makroökonomischen Entwicklung und der Frühindikatoren ist das Management zuversichtlich, dass in der zweiten Jahreshälfte zumindest in Frankreich ein Teil des fehlenden Volumens aufgeholt werden kann. Das laufende Geschäftsjahr dürfte für beide Märkte die Talsohle darstellen. Mit Blick auf die Schwellenländer wird in Südafrika Wachstum und in Malaysia eine unveränderte Entwicklung erwartet. Für China wird im zweiten Halbjahr 2015 keine Erholung erwartet und von einer Stabilisierung erst in 2016 ausgegangen. Eine deutliche Verbesserung der Entwicklung wird im Bereich der Dachsystemteile erwartet, getragen von steigenden nationalen und internationalen Baustandards, insbesondere im Hinblick auf Energieeffizienz und Sicherheit. Im Segment Schornsteine & Energiesysteme wird insgesamt ein leichter Marktrückgang erwartet. Braas Monier strebt auch zukünftig durch die Einführung weiterer Maßnahmen im Rahmen des „Top Line Growth“-Programms in bestehenden sowie neuen Ländern ein Wachstum oberhalb der Marktentwicklung an.

Umsatzwachstum für 2015 mindestens im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet
Braas Monier erwartet ein Umsatzwachstum mindestens im mittleren einstelligen Prozentbereich, getrieben von der Erstkonsolidierung von Cobert, die erwartungsgemäß Umsätze von ca. EUR 38 Mio. und ein operatives EBITDA von ca. EUR 5 Mio. (einschließlich Synergieeffekten) beisteuern wird. Steigerungen des durchschnittlichen Verkaufspreises werden voraussichtlich wenigstens die Inflation variabler Kosten ausgleichen.

Das Management erwartet leichte Steigerungen der Betriebskosten (Rohstoffe und Lohninflation). Die derzeit niedrigen Energiepreise könnten das Potenzial haben, die Inflation variabler Kosten etwas abzuschwächen, wenn sie im gesamten Geschäftsjahr auf diesem Stand blieben. Umsatz-steigerungen sowie der anhaltende Fokus auf strikte Kostenkontrolle werden dazu beitragen, das Ergebnis des Unternehmens weiter zu erhöhen.

Zukünftiges Wachstum unterstützt durch wertsteigernde Übernahmen und Produktinnovation
Der erwartete Abschluss der Übernahme von Golden Clay Industries (GCI) in Malaysia wird das Geschäft in der Region Asien-Pazifik in der zweiten Jahreshälfte 2015 weiter stärken. Im Zusammenhang mit weiteren möglichen Ergänzungsakquisitionen werden aktuell aktive Gespräche in einer Reihe von Ländern geführt.

Im Zuge der erfolgreichen Produkteinführung von WrapTec in Dänemark wurde die Marktforschung in Europa im Laufe des zweiten Quartals 2015 verstärkt, um das Produkt bald auch in anderen Märkten anzubieten. Die Markteinführung in weiteren Ländern wie Großbritannien ist für das vierte Quartal 2015 geplant.

Die Erhaltungsinvestitionen werden voraussichtlich etwa EUR 62 Mio. betragen. In diesem Betrag sind Übertragungen aus dem Jahr 2014 in Höhe von etwa EUR 5 Mio. noch nicht berücksichtigt. Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in einigen Ländern hat das Management eine Reihe geplanter Wachstumsprojekte überprüft. Projekte, welche die zwingend erforderlichen internen Mindestrenditen auf Grundlage der aktuellen Geschäftsprognose nicht mehr erfüllen, wurden verschoben (z. B. die Standortverlagerung eines Werkes in China) oder weiter optimiert. Dies führte in mehreren Fällen zu einer Reduktion oder einem Aufschub des Investitionsbedarfs. 2015 wird der zusätzliche Investitionsaufwand für zukünftige Wachstumsprojekte damit ca. EUR 6 Mio. betragen. Das sind ca. EUR 2 Mio. weniger als ursprünglich geplant.

1 vor unternehmensinternen Eliminierungen


PRESSETEXT

150805_Braas_Monier_Pressemitteilung_Ergebnis_Zweites_Quartal_2015.pdf