Unternehmensmitteilungen
03.08.2016, Luxembourg

Braas Monier im zweiten Quartal 2016 mit positiver Ergebnisentwicklung in einem uneinheitlichen Umfeld


  • Starke Leistungen in einzelnen Märkten wie Deutschland, Polen und Südosteuropa sowie die erstmalige Einbeziehung neu erworbener Unternehmen gleichen negative Wechselkurseffekte und leistungsschwächere Regionen annähernd aus
  • Umsatz im zweiten Quartal mit EUR 329,0 Millionen um 1,8% zurückgegangen (bereinigt: -1,0%)
  • Operating EBITDA steigt im zweiten Quartal um 2,4% auf EUR 61,9 (bereinigt: 2,2%), Operating EBITDA-Marge verbessert um 0,8 Prozentpunkte auf 18,8%
  • Starkes Cashflow-Profil durch erfolgreiche Refinanzierung im Juni beträchtlich verbessert
  • Fortsetzung der gezielten M&A-Strategie durch Übernahmen in Südafrika und den Niederlanden
  • Erwartete Steigerung des bereinigten Jahresumsatz von etwa 1%, zusätzliches Umsatzwachstum von etwa 3% aus den jüngsten Übernahmen

Luxemburg, 3. August 2016. Braas Monier veröffentlichte heute die Ergebnisse des ersten Halbjahres sowie des zweiten Quartals 2016. „Seit Jahresbeginn hat Braas Monier eine solide operative, finanzielle und strategische Leistung gezeigt“, erläuterte Pierre-Marie De Leener, CEO und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Braas Monier Building Group. „Wir haben unser Operating EBITDA gestärkt und drei weitere wertsteigernde Übernahmen durchgeführt. Durch die äußerst erfolgreiche Refinanzierung konnten wir unsere jährliche Zinsbelastung um mehr als EUR 10 Millionen senken. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen, die im Juni in großen Teilen Kontinentaleuropas herrschten sowie der verstärkten Unsicherheit im Zusammenhang mit dem britischen Referendum war es uns allerdings nicht möglich, unser Umsatzpotential im zweiten Quartal voll auszuschöpfen.“

Umsatzentwicklung durch schwachen Juni gedämpft
Der Umsatz ging im zweiten Quartal 2016 um 1,8% bzw. EUR 5,9 Millionen auf EUR 329,0 Millionen zurück (Q2 2015: EUR 334,9 Millionen). Die in diesem Zeitraum auftretenden negativen Wechselkurseffekte in Höhe von EUR -10,8 Millionen sind in erster Linie auf eine Stärkung des Euro gegenüber dem südafrikanischen Rand, dem britischen Pfund und dem malaysischen Ringgit zurückzuführen. Die erstmalige vollständige Einbeziehung von Zukäufen wie Technicrete in Südafrika (konsolidiert zum Juni 2016), J.A Plastindustri in Dänemark (konsolidiert zum Januar 2016), Ceprano Coperture in Italien (konsolidiert zum Dezember 2015) und Golden Clay Industries in Malaysia (konsolidiert zum Oktober 2015) hatten auf den Umsatz im zweiten Quartal einen positiven Effekt von EUR 8,1 Millionen bzw. 2,4%.

Auf bereinigter Basis, also ohne diese Effekte, blieb der Umsatz aufgrund geringerer Mengen vor allem in Italien, China und Malaysia um 1,0% hinter dem Vorjahresniveau zurück. Von April bis Mai 2016 nahmen die Dachpfannenmengen auf bereinigter Basis zu und setzten damit den positiven Trend aus dem ersten Quartal fort (+3,5%). Aus dem Rückgang im Juni resultierte für das zweite Quartal insgesamt eine marginal negative Entwicklung auf bereinigter Basis. Während die Mengen in Asien & Afrika im zweiten Quartal 2016 weiter zurückgingen, war in allen Ländern gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres 2016 eine Trendverbesserung zu erkennen. Hieraus resultierten höhere Wachstumsraten in Südafrika und erheblich geringere Rückgänge in Malaysia. Die durchschnittlichen Verkaufspreise waren im zweiten Quartal 2016 geringfügig positiv.

Das Komponentengeschäft zeigte im ersten Halbjahr 2016 eine solide Leistung, die in Deutschland besonders stark war. Die Hauptkennzahl für europäische Komponenten, in der die Höhe des Umsatzes mit Komponenten pro Quadratmeter verkaufter Dachpfannen gemessen wird, erreichte im ersten Halbjahr 2016 EUR 2,37 pro m2 und übertraf damit das Niveau des Vorjahreszeitraums auf vergleichbarer Basis um 1,3%.

Die Umsätze des Geschäftsbereichs Schornsteine und Energiesysteme lagen im zweiten Quartal stabil auf Vorjahresniveau (Q2 2016: EUR 44,2 Millionen gegenüber Q2 2015: EUR 44,0 Millionen), wobei gleichbleibende Mengen und eine positive Preisentwicklung von negativen Währungseffekten überlagert wurden. Auf bereinigter Basis stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2016 um 2,6%.

Steigerung des Operating EBITDA basiert auf niedrigeren Energiekosten und striktem Kostenmanagement
Das Operating EBITDA stieg im Zeitraum April bis Juni 2016 um 2,4% (bereinigt: 2,2%) auf EUR 61,9 Millionen (Q2 2015: EUR 60,5 Millionen). Die Operating EBITDA-Marge stieg um 0,8 Prozentpunkte auf 18,8% (Q1 2015: 18,1%). Die im zweiten Quartal 2016 auftretenden Währungseffekte von EUR -1,6 Millionen wurden durch den positiven Beitrag der jüngsten Akquisitionen zum Operating EBITDA in Höhe von EUR 1,7 Millionen kompensiert.

Die niedrigeren Mengen wirkten sich im zweiten Quartal 2016 moderat auf das Operating EBITDA aus. Die durchschnittlichen Verkaufspreise ließen eine geringfügig positive Entwicklung erkennen. Niedrigere Energiepreise trugen zu einer Verbesserung der variablen Kosten bei, vor allem in Deutschland und Frankreich. Verbesserungen der Fixkosten wurden insbesondere in Regionen mit schwierigem Marktumfeld erzielt, etwa in Italien sowie in Asien & Afrika.

Das Netto-Finanzergebnis betrug im zweiten Quartal 2016 EUR -38,3 Millionen. Die Veränderung von EUR -27,8 Millionen im Vergleich zum zweiten Quartal 2015 (EUR -10,5 Millionen) ist auf einmalige Kosten im Zusammenhang mit der im Juni 2016 durchgeführten Refinanzierung zurückzuführen, insbesondere auf dem Vollamortisierungseffekt, der von den Transaktionskosten im Zusammenhang mit der vorherigen Finanzierung (EUR -15,0 Millionen) herrührte und der Ausbuchung der Zinsswaps (EUR -14,3 Millionen).

Die Anwendung eines konsolidierten effektiven Steuersatzes für den Konzern von 33,7% (Q2 2015: 32,2%) resultiert im Berichtszeitraum in einem Nettoergebnis von EUR -11.0 Millionen im ersten Halbjahr 2016 (1. Hj. 2015: EUR 9.7 Millionen) und von 1,6 Millionen im zweiten Quartal 2016 (Q2 2015: EUR 17,0 Millionen). Dividiert durch die Anzahl der zum 30. Juni 2016 im Umlauf befindlichen Aktien (39.166.667) errechnet sich ein Nettoergebnis je Aktie im zweiten Quartal 2016 von EUR 0,04 (Q2 2015: EUR 0,43) und von EUR -0,28 im ersten Halbjahr 2016 (1. Hj. 2015: EUR 0,25).

Erfolgreiche Refinanzierung führt zu weiterer Verbesserung des attraktiven Cashflow-Profils
Im Juni 2016 konnten wir unsere externen Verbindlichkeiten durch die Emission von vorrangig besicherten Anleihen in Höhe von EUR 435,0 Millionen mit einem jährlichen Kupon von 3,00% sowie durch einen neuen revolvierenden Kredit in Höhe von EUR 200,0 Millionen erfolgreich refinanzieren und reduzieren. Die Erlöse, zusammen mit bestehender Liquidität, wurden in erster Linie verwendet für die Rückzahlung der vorrangig besicherten, variabel verzinslichen Anleihen („Senior Secured Floating Rate Notes“) in Höhe von EUR 315,0 Millionen, fällig im Jahr 2020, des vorrangigen Darlehens in Höhe von EUR 200,0 Millionen sowie des aus dem bisherigen revolvierenden Kredit abgerufenen Betrags (EUR 15,0 Millionen). Wir erwarten aufgrund der erfolgreichen Refinanzierung eine Reduzierung unserer jährliche Zinsbelastung um mehr als EUR 10 Millionen. Nach der gegenwärtigen Erwartung der Geschäftsleitung wird die Rückführung des derzeit abgerufenen revolvierenden Kredits im zweiten Halbjahr 2016 zu einer voraussichtlichen Reduzierung der Bruttoverschuldung von etwa EUR 80 Millionen zum Jahresende führen.

Gezielte M&A-Strategie konsequent fortgeführt
Im Mai 2016 erwarb Braas Monier ein unter dem Markennamen Technicrete auftretendes Dachsteinwerk in Südafrika. Coverland South Africa vollzieht mit dem Erwerb des Werks einen großen Schritt in Richtung Konsolidierung des lokalen Markts und erhält zusätzliches Potential zum Verkauf von Bedachungskomponenten an eine breitere Kundenbasis. Das Unternehmen ergänzt außerdem seine regionale Präsenz und ist dadurch in die Lage, den nördlichen Teil von Südafrika zu niedrigeren Transportkosten besser versorgen zu können.

Im Juli 2016 schloss Braas Monier einen Vertrag über den Erwerb von Ontop B.V. ab, einem etablierten europäischen Hersteller von Edelstahl-Abgassystemen, dessen Endprodukt-Anwendungen von Backöfen in Großbäckereien über Diesel- und Gasmotoren bis hin zu Boilern, Kaminen und Öfen reichen. Ontop mit Sitz im niederländischen Middelburg versorgt den europäischen Markt mit jeweils einem Produktionsstandort in den Niederlanden und Polen sowie mit einem Distributionszentrum in Deutschland und einer Vertriebsniederlassung in Frankreich.

Nach der Übernahme von J.A. Plastindustri im Januar haben wir in diesem Jahr nunmehr drei gezielte Übernahmen erfolgreich durchgeführt - sieben innerhalb der vergangenen 19 Monate. Wir sind davon überzeugt, dass unsere disziplinierte M&A-Strategie unsere Fähigkeit zur Erwirtschaftung eines profitablen Wachstums stärkt und den Wert unseres Unternehmens weiter steigern wird.

Markteinführung eines neuen Dachsteins mit „Aerlox“-Technologie
Gestützt auf unsere reichhaltige Erfahrung, unser Know-how und unsere langjährigen Forschungs- und Entwicklungsleistungen ist uns eine Innovation gelungen, die nach unserer Erwartung für die Märkte äußerst attraktiv sein wird: „Aerlox“, ein Dachstein, der bis zu 40% leichter ist als ein herkömmlicher Dachstein, aber mit ähnlichen technischen Eigenschaften wie hoher Festigkeit, langfristig gutem Aussehen und Frostbeständigkeit. Die Dachdecker profitieren in hohem Maße von dem niedrigeren Gewicht des Dachsteins - sie müssen erheblich weniger Gewicht pro Tag tragen und bewegen. Das Arbeiten mit dem neuen Dachstein mit „Aerlox“-Technologie ist daher über den ganzen Tag weniger anstrengend. Der Dachdecker kann so die Dachsteine schneller verlegen. Auf Häusern mit einer leichten Dachkonstruktion werden typischerweise andere Bedachungsmaterialien wie Metall- oder Faserzementplatten genutzt, sofern die Dachkonstruktionen nicht in der Lage sind, das Gewicht einer herkömmlichen Dachpfanneneindeckung zu tragen. Hier ermöglicht der leichtere Dachstein mit „Aerlox“-Technologie den Eintritt in ein Marktsegment, das zuvor von Dachpfannen-herstellern nicht adressiert werden konnte.

Im März 2016 haben wir den neuen Dachstein mit „Aerlox“-Technologie in Dänemark auf den Markt gebracht. Je nach den Erfahrungen und der Resonanz, die in diesem ersten Markt gesammelt werden, ziehen wir weitere Markteintritte für das Jahr 2017 in Erwägung.

Branchenerfahrung im Vorstand gestärkt
Bei der Jahreshauptversammlung im Mai 2016 wurden Emmanuelle Picard und Christopher Davies als Non-Executive Directors (nicht geschäftsführende Verwaltungsräte) gewählt. Damit sorgt Braas Monier für eine weitere Stärkung der Branchenerfahrung innerhalb des Verwaltungsrats. Emmanuelle Picard ist Geschäftsführerin für den Bereich Industrial Fabrics Europe bei Adfors, einer Tochtergesellschaft von Saint-Gobain mit Niederlassungen in Spanien, den Niederlanden, der Tschechischen Republik und Polen. Christopher Davies arbeitete von 1994 bis 2013 für SIG plc, in den letzten fünf Jahren davon als CEO der Gruppe.

Positiver Ausblick für 2016 angepasst
Im Jahr 2016 haben wir erneut in profitables Wachstum investiert. Unsere Produktinnovationen haben das Potenzial, unseren Produktmix zu bereichern. Außerdem hören wir nicht auf, aktiv nach weiteren möglichen Übernahmezielen zu suchen und sie zu bewerten - um unsere Geschäfte zu stärken, Märkte zu konsolidieren und dadurch noch stärker von einer künftigen Markterholung zu profitieren. Die Erwartungen im Hinblick auf das Gesamtmengenwachstum haben seit Jahresbeginn einen Dämpfer erlitten - durch die Unsicherheiten nach dem britischen Referendum, eine schwache Entwicklung des italienischen Marktes, eine langsamere Stabilisierung in Malaysia und weiterhin starken Rückgängen in China. Diese Effekte werden durch eine bessere Marktentwicklung insbesondere in Deutschland, Polen und Südosteuropa wahrscheinlich nur teilweise ausgeglichen.

Basierend auf diesen Annahmen erwartet Braas Monier ein bereinigtes Umsatzwachstum von etwa 1%. Zur Deckung steigender Einstandskosten werden die durchschnittlichen Verkaufspreise voraussichtlich leicht ansteigen. Zudem wird die erstmalige vollständige Einbeziehung der Akquisitionen in Malaysia, Italien, Dänemark, Südafrika und den Niederlanden voraussichtlich zu einem Umsatzwachstum von etwa 3% und einem Wachstum des Operating EBITDA von etwa 4% beitragen.

„Unser starkes Komponentengeschäft bietet eine zuverlässige Plattform für künftiges Wachstum, und echte Innovationen werden unseren Produktmix weiterhin bereichern. Gestützt von effektiven Vertriebs- und Marketingaktivitäten in allen Ländern unserer Geschäftstätigkeit, bieten wir unseren Kunden wertschaffende Produkte und Leistungen, Wir sind zuversichtlich, dass uns dies in die Lage versetzt, schneller zu wachsen als die Märkte, während unsere Ergebnisse von unserem großen operativen Hebel und unserer strikten Kostendisziplin profitieren“, erklärte Pierre-Marie De Leener, CEO und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Braas Monier Building Group. „Nach unserer Überzeugung ist die solide Leistung von Braas Monier ein Beleg dafür, dass wir diese Ziele erreichen können – auch in schwierigen Märkten.“

 

Über Braas Monier
Die Braas Monier Building Group ist ein führender Hersteller und Anbieter von Produkten für das Geneigte Dach in Europa, einzelnen asiatischen Märkten und Südafrika. Der Konzern deckt den gesamten Produktionsprozess ab und verfügt über ein umfangreiches Spektrum an Dachziegeln und Dachsteinen für Schrägdächer. Als einer der wenigen Anbieter umfasst das Portfolio außerdem weitere Dachsystemteile für verschiedene funktionale Aspekte von Schrägdächern. Schornsteine aus Keramik und Stahl sowie Energiesystemlösungen runden das Angebot ab. Zum 30. Juni 2016 war Braas Monier in 36 Ländern aktiv, betrieb 118 Produktionsanlagen und beschäftigte rund 7.700 Mitarbeiter. Sitz des Unternehmens ist Luxemburg.

 

Kontakt
Achim Schreck
Director Group Communications / Investor Relations
Braas Monier Building Group

Tel: +49 6171 61 28 59
E-mail: achim.schreck@monier.com
Website: www.braas-monier.com


PRESSETEXT

160803_Braas_Monier_Q2_2016_Pressemitteilung.pdf