Unternehmensmitteilungen
04.11.2015, Luxemburg

Braas Monier mit positiver Volumenentwicklung in Europa im dritten Quartal und wertsteigernden Ergänzungsakquisitionen


  • Volumenzuwachs bei Dachpfannen in Europa im dritten Quartal 2015 um rund 11% (etwa +1% währungs- und akquisitionsbereinigt) trotz Rückgängen in Frankreich und Italien
  • Schwieriges drittes Quartal in Asien mit besonders starken Volumenrückgängen in China
  • Umsatzplus von 2,9% (-0,2% währungs- und akquisitionsbereinigt) auf EUR 352,4 Mio. im dritten Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahr dank „Top Line Growth“-Programm 
  • Anstieg des Operating EBITDA im dritten Quartal um 2,0 % auf EUR 68,8 Mio. (-1,5% währungs- und akquisitionsbereinigt)
  • Starker Free Cashflow in Höhe von EUR 60,8 Mio. im dritten Quartal 2015 (+21,3% gegenüber dem dritten Quartal 2014)
  • Wertsteigernde Ergänzungsakquisitionen im Jahr 2015 zur Stärkung unserer führenden Positionen bei Dachpfannen in Spanien und Portugal, Italien und in der Region Asien-Pazifik
  • Erwartetes Umsatzwachstum 2015 auf Konzernebene liegt bei 3% bis 4%, erwartetes Operating EBITDA etwa auf Vorjahresniveau

„In einem schwierigen Marktumfeld haben wir unser „Top Line Growth“-Programm konsequent umgesetzt und konnten uns so in unseren zwei wichtigsten Ländern – Deutschland und Großbritannien – deutlich besser entwickeln als die Märkte. Darüber hinaus konnten wir mit Ergänzungsakquisitionen in Spanien/Portugal und Malaysia sowie mit dem Erwerb ausgewählter Vermögenswerte in Italien weiter zusätzliches Wachstumspotenzial schaffen“, sagt Pepyn Dinandt, CEO der Braas Monier Building Group. 

Uneinheitliches und schwieriges Marktumfeld
Die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen in den Niederlanden sowie in Polen, Spanien, Portugal und Schweden ist in den vergangenen Quartalen deutlich gestiegen. Weite Teile des europäischen Markt scheinen sich damit eindeutig auf Erholungskurs zu befinden. Die zunehmende Anzahl von Wohnungsbaureservierungen in Frankreich deutet darauf hin, dass auch der französische Markt für Dachpfannen – einer der größten in Europa – in den kommenden Quartalen wieder zu Wachstum zurückfinden wird. In einigen anderen Märkten sind diese positiven Trends noch nicht zu erkennen. Der italienische Markt muss sich trotz einiger ermutigender Frühindikatoren erst noch stabilisieren. Zudem sind die aktuellen Volumensteigerungen in wachsenden europäischen Märkten noch vergleichsweise niedrig. In China haben Überkapazitäten im Wohnungsbestand den Markt deutlich einbrechen lassen. Die allgemeine Eintrübung der chinesischen Wirtschaft hat diesen Abschwung noch verstärkt. Die Einführung einer Mehrwertsteuer im April sowie zusätzlich politische Unsicherheiten haben in Malaysia im zweiten und dritten Quartal zu einer deutlichen Abschwächung des Marktes geführt.

Drittes Quartal 2015 mit positiver Volumenentwicklung in Europa und Wachstum im Geschäft mit Dachsystemteilen
Die Umsätze stiegen im dritten Quartal 2015 um 2,9% beziehungsweise EUR 10,0 Mio. von EUR 342,4 Mio. im Vorjahresquartal auf EUR 352,4 Mio. Die erstmalige Konsolidierung von Cobert (vor konzerninternen Bereinigungen) trug EUR 10,7 Mio.  beziehungsweise 3,1 Prozentpunkte zu diesem Wachstum bei. Wechselkurseffekte wirkten sich nur in sehr geringem Umfang negativ auf den Gesamtumsatz aus. Der bereinigte Rückgang um 0,2 Prozentpunkte ergab sich hauptsächlich aus geringeren Volumina bei Dachpfannen in Asien. In Europa legten die bereinigten Volumina bei Dachpfannen im dritten Quartal trotz schwieriger Märkte in Frankreich und Italien etwa 1% zu (rund 11% inklusive Cobert). Die Umsätze im Geschäft mit Dachsystemteilen stiegen von Juli bis September um 2,5%. Die durchschnittlichen Verkaufspreise und Umsätze im Geschäft mit Schornsteinen und Energiesystemen lagen auf dem Niveau des Vorjahresquartals.

Von Januar bis September 2015 erwirtschaftete Braas Monier Umsätze in Höhe von EUR 938,4 Mio. Das ist eine Verbesserung um 3,4% beziehungsweise EUR 30,7 Mio. gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahrs (EUR 907,7 Mio.). Die bereinigten Umsätze in den ersten neun Monaten 2015 entwickelten sich leicht negativ (-0,9%).

Hoher operativer Hebel in Europa wird von Rückgängen in Asien überdeckt
Im dritten Quartal 2015 lag das Operating EBITDA bei EUR 68,8 Mio. und damit über dem Ergebnis des Vorjahresquartals (EUR 67,4 Mio.). Wichtigster Treiber dieser positiven Entwicklung des Operating EBITDA war der Beitrag von Cobert (EUR 2,3 Mio.) Auf bereinigter Basis sank das Operating EBITDA um 1,5%. Höhere Volumina bei Dachpfannen in wachsenden europäischen Märkten führten zwar zu einem Anstieg des Operating EBITDA, der die gegenteiligen Auswirkungen von Volumenrückgängen in Ländern wie Frankreich und Italien mehr als ausgleichen konnte. Auf Konzernebene überlagerte jedoch die negative Entwicklung in Asien, die vor allem auf den starken Rückgang des chinesischen Marktes und ein schwaches Quartalsergebnis in Malaysia zurückführen ist, den positiven Trend in Europa. Positive Entwicklungen im Geschäft mit Dachsystemteilen sowie bei Schornsteinen und Energiesystemen konnten die insgesamt niedrigeren Volumina nicht vollständig kompensieren.

Das Operating EBITDA fiel in den ersten neun Monaten um 1,3% auf EUR 146,4 Mio. (Vorjahreszeitraum: EUR 148,4 Mio.) Auf bereinigter Basis sank das Operating EBITDA um 5,0%.

Höheres Nettoergebnis im Berichtszeitraum 
Im dritten Quartal sank das Nettofinanzergebnis infolge ungünstiger Wechselkursschwankungen um EUR 1,8 Mio. auf EUR -13,3 Mio. (drittes Quartal 2014: EUR -11,5 Mio.). Das Nettofinanzergebnis für die ersten neun Monate 2015 verbesserte sich um EUR 4,2 Mio. von EUR -38,0 Mio. auf EUR -33,8 Mio., was insbesondere auf den geringeren Zinsaufwand im ersten Halbjahr 2015 nach der Refinanzierung im April 2014 zurückzuführen ist.

Im dritten Quartal erhöhte sich das Nettoergebnis um 2,4% von EUR 23,0 Mio. auf EUR 23,5 Mio.; in den ersten neun Monaten konnte Braas Monier das Nettoergebnis um 17,7% auf EUR 33,2 Mio. steigern (Vorjahreszeitraum: EUR 28,2 Mio.). Das Nettoergebnis je ausstehende Aktie (bei insgesamt 39.166.667 ausstehenden Aktien) verbesserte sich von EUR 0,59 im dritten Quartal 2014 auf EUR 0,60 im dritten Quartal 2015. In den ersten neun Monaten des Jahres erhöhte sich das Nettoergebnis um EUR 0,13 auf EUR 0,85 je Aktie (Vorjahreszeitraum: EUR 0,72 je Aktie).

Starker Cashflows erhalten
Der Nettozufluss aus betrieblicher Tätigkeit stieg im dritten Quartal 2015 um EUR 10,2 Mio. beziehungsweise 16.2% auf EUR 73,4 Mio. (drittes Quartal 2014: EUR 63,2 Mio.). Diese Verbesserung war insbesondere auf geringeren Zinsaufwand und niedrigere Finanzierungsgebühren (EUR -7,5 Mio. im dritten Quartal 2015 nach EUR -16,2 Mio. im dritten Quartal 2014) sowie geringere Mittelabflüsse aus Rückstellungen (EUR -6,7 Mio. im dritten Quartal 2015 gegenüber EUR -9,0 Mio. im dritten Quartal 2014) zurückzuführen.

In den ersten neun Monaten 2015 erhöhte sich der Mittelzufluss um EUR 32,5 Mio. von EUR -4,6 Mio. im Jahr 2014 auf EUR 27,9 Mio.

Eigenkapitalausstattung gestärkt, geringerer Zinsaufwand erwartet
Das Eigenkapital stieg aufgrund des positive Ergebnisbeitrags der ersten neun Monate 2015 sowie eines positiven Bilanzierungseffekts im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionsverpflichtungen von EUR 92,9 Mio. Ende 2014 auf EUR 121,4 Mio. am 30. September 2015.

Die Nettoschulden beliefen sich Ende September 2015 auf EUR 384,5 Mio. Dank der starken Cashflow-Entwicklung des Unternehmens lagen die Nettoschulden damit leicht unter dem Niveau des Septembers 2014 (EUR 387,9 Mio.), trotz außergewöhnlicher Abflüsse in den letzten zwölf Monaten in Höhe von EUR 79,2 Mio. Diese außergewöhnlichen Abflüsse fielen im Zusammenhang mit der wertsteigernden Übernahme von Cobert (EUR 27,0 Mio.), der Ausschüttung einer ersten Dividende (EUR 11,8 Mio.), Einmaleffekten in Verbindung mit der Refinanzierung und dem Börsengang im Jahr 2014 (EUR 8,1 Mio.) und Abflüssen für Rückstellungen für Altlasten (EUR 26,8 Mio., insbesondere in Verbindung mit der Umstrukturierung 2012/2013) an.

Der Verschuldungsgrad, das Verhältnis der Nettoschulden zum Operating EBITDA (der vorangegangenen zwölf Monate) lag Ende September 2015 bei 2,0x und somit auf Vorjahresniveau. Das langfristige Darlehen des Unternehmens (EUR 200 Mio.) sowie die revolvierende Kreditfazilität (EUR 100 Mio., zum 30. September 2015 nicht in Anspruch genommen) enthalten Anpassungsklauseln, die direkt mit dem Verschuldungsgrad verknüpft sind. Eine davon wurde ab April 2015 wirksam. Ausgehend vom aktuellen Verschuldungsgrad profitiert der Konzern von einer um 50 Basispunkte beziehungsweise 75 Basispunkte gefallenen Zinsmarge beim langfristigen Darlehen beziehungsweise bei der revolvierenden Kreditfazilität, woraus sich annualisierte Zinseinsparungen von ca. EUR 1 Mio. ergeben.

Umsatzwachstum für 2015 von 3 % bis 4 % erwartet
Das Management erwartet für das Jahr 2015 keine größeren Veränderungen der Marktentwicklung gegenüber dem dritten Quartal. Braas Monier wird auch künftig überdurchschnittliches Wachstum anstreben und dazu im Rahmen des „Top Line Growth“-Programms weitere Projekte auch in bestehenden sowie in neuen Ländern einführen.

Das Management rechnet für 2015 mit einem moderatem Umsatzwachstum von 3% bis 4% gegenüber dem Vorjahr (2014: EUR 1.211,3 Mio.). Diese Entwicklung wird vor allem von der Erstkonsolidierung von Cobert mit einem Beitrag von etwa EUR 34 Mio. sowie positiven Währungseffekten im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich getrieben. Auf bereinigter Basis werden die Umsätze vermutlich leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Grund dafür sind niedrigere Volumina bei Dachpfannen, die von der positiven Entwicklung der durchschnittlichen Verkaufspreise und des Geschäfts mit Dachsystemteilen nicht vollständig ausgeglichen werden können. Die ohnehin schon positive Entwicklung der Volumina bei Dachpfannen in Europa in den ersten neun Monaten 2015 wird sich Prognosen zufolge im Zeitraum von Oktober bis Dezember noch verbessern. Für Asien und Afrika werden erhebliche Volumeneinbußen für das gesamte Geschäftsjahr erwartet; das gilt insbesondere für China, aber auch für Malaysia. Das Geschäft mit Schornsteinen und Energiesystemen wird sich in den letzten Monaten des Jahres weiter positiv entwickeln und insgesamt auf bereinigter Basis im Geschäftsjahr 2015 fast auf Vorjahresniveau liegen. 

Operating EBITDA auf Vorjahresniveau erwartet
Angesichts des hohen operativen Hebels von Braas Monier haben Volumenänderungen erhebliche Auswirkungen auf das operative Ergebnis. Kostenmaßnahmen können diesen Auswirkungen kurzfristig nur begrenzt entgegenwirken. So entsteht ein negativer Effekt auf das Operating EBITDA. Das Management strebt an, durch Verbesserungen der durchschnittlichen Verkaufspreise und kontinuierlich Effizienzgewinne die Inflation variabler und fester Kosten auszugleichen. Der Beitrag der Erstkonsolidierung von Cobert zum Operating EBITDA wird vermutlich etwa EUR 5 Mio. betragen. Günstige Wechselkurseffekte werden wahrscheinlich einen positiven Betrag im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich beisteuern. Es wird ein Operating EBITDA auf Vorjahresniveau erwartet.

Starke Cashflow-Generierung
Der adjustierte Free Cashflow für die ersten neun Monate 2015 betrug EUR 11,3 Mio. Aufgrund der Saisonalität des Geschäftsverlaufs werden im zweiten Halbjahr starke positive Cashflows erzeugt. Die adjustierten Free Cashflows des dritten und vierten Quartals liegen in der Regel auf vergleichbarem Niveau. Im dritten Quartal 2015 betrug der adjustierte Free Cashflow auf EUR 65,4 Mio. 

Braas Monier erwirtschaftet bereits heute einen starken Cashflow und dauerhaft hohe EBITDA-Margen, während viele wichtige Märkte noch erhebliches Wachstumspotenzial bieten. Der Konzern ist sehr gut aufgestellt, um von diesem künftigen Volumenzuwachs und der Umsetzung weiterer Maßnahmen im Rahmen des „Top Line Growth“-Programms zu profitieren. Dazu zählen auch weitere wertsteigende Ergänzungsakquisitionen, die zurzeit geprüft werden. Braas Monier wird seine Ressourcen auch in Zukunft sinnvoll einsetzen, um Wert für die Aktionäre zu schaffen. Das Management rechnet damit, dass der Verschuldungsgrad des Unternehmens (das Verhältnis der Nettoschulden zum Operating EBITDA) unter dem Zielwert von 2,0x oder niedriger – unter Berücksichtigung von Ergänzungsakquisitionen im vierten Quartal auf Pro-forma-Basis – liegen wird, ein wichtiges Kriterium innerhalb der Dividendenpolitik des Unternehmens.

Zukünftiges Wachstum unterstützt durch wertsteigernde Übernahmen 
Wertsteigernde Ergänzungsakquisitionen sind ein zentrales Element unseres „Top Line Growth“-Programms. Nach dem Erwerb von Cobert (Spanien/Portugal) im Januar 2015 hat Braas Monier im Oktober mit dem Kauf von Golden Clay Industries, dem führenden malaysischen Hersteller und Anbieter von Dachziegeln und Formsteinen, die nächste Übernahme abgeschlossen. 

Am 3. November 2015 erwarb Braas Monier ausgewählte Vermögenswerte von Muto & Tegolaia S.r.L. (Muto), einem Hersteller von Dachsteinen aus dem süditalienischen Cutro. Im Zuge der Transaktion übernimmt Braas Monier vor allem den Kundenstamm des italienischen Anbieters, der sich aus dem Markt für Dachpfannen zurückzieht. Mit der Übernahme macht Monier Italien einen Schritt Richtung Konsolidierung des lokalen Marktes und erschließt sich außerdem weiteres Potenzial für den Verkauf von Dachsystemteilen an einen größeren Kundenstamm. Die Gesamtinvestition für diese Übernahme einschließlich Kaufpreis, Finanzierung des zusätzlichen Working-Capital-Bedarfs und Transaktionskosten beträgt EUR 2,8 Mio. Das Management rechnet mit einem Beitrag zum Operating EBITDA für das Jahr 2016 in Höhe von etwa EUR 0,6 Mio. (einschließlich Synergien). Die Übernahme wird aus dem Free Cashflow finanziert.

„Die drei Transaktionen unterscheiden sich zwar deutlich in Größe, Umfang, strategischer Ausrichtung, Region und Produktgruppen, verfolgen jedoch alle ein gemeinsames Ziel: Wir wollen Wert für die Aktionäre schaffen, indem wir die Präsenz des Konzerns in Bereichen mit ertragsstarkem Wachstumspotenzial weiter ausbauen“, unterstrich Pepyn Dinandt, CEO der Braas Monier Building Group.

Mit Blick auf mögliche weitere Ergänzungsakquisitionen werden zurzeit in einer Reihe von Ländern aktive Gespräche geführt. 

Die starken operativen Cashflows sollten Braas Monier in die Lage versetzen, in Zukunft kontinuierliches und ambitioniertes Wachstum zu erzielen, sowohl durch organisches Wachstum als auch durch Akquisitionen. Braas Monier legt dabei den Schwerpunkt konsequent auf die zu erzielenden Kapitalrendite, ohne dabei den Verschuldungsgrads des Konzerns sowie seine Dividendenpolitik außer Acht zu lassen.

 

 


PRESSETEXT

151104_Braas_Monier_Q3_9M-2105_Pressemitteilung.pdf